Kühllastberechnung für Kühldeckensysteme

Die Kühllastberechnung ermittelt neben der Heizlastberechnung die notwendige Größe der Anlagentechnik. Hierzu werden einschlägige nationale und internationale Normen und Daten herangezogen, die dem Stand des Wissens und der Technik entsprechen. Wärmepumpen setzen sich Markt durch und die meisten Anlagen können auch kühlen. Gerade bei energieeffizienten Gebäuden bzw. Gewerbeimmobilien ist häufig die Bemessungsgrundlage eher die Kühllast, statt der Heizlast.

Daher ist ein besonderes Augenmerk auf die Kühllastberechnung zu legen. Faustformeln oder Pauschalwerte liefern nur unzureichende Planungswerte, welche zu erheblichen Investitions- und Betriebsmehrkosten, sowie Haftungsrisiken führen können. Mit den richtigen Tools und Planungsdaten lässt sich in dynamischen Verfahren die optimale Anlagengröße ermitteln – auch für zukünftige Klimadaten z.b. im Jahr 2030 oder 2050.

Kühllastberechnung für Kühldeckensysteme

Was versteht man unter der Kühllast?

Die Kühllast (auch als Kühlbedarf bezeichnet) bezieht sich auf die Menge an Wärmeenergie, die von einem Kühlsystem bzw. Anlage entfernt werden muss, um eine bestimmte Raumtemperatur aufrechtzuerhalten.

Dies kann über einen definierten Temperaturpunkt, oder einen gewissen Zeitraum geschehen.

Für Kühllasten bzw. Temperaturen werden auch definierte Überschreitungen als zulässig erachtet. Dies kann in Kelvinstunden bzw. Übertemperaturstunden angegebene werden.

Der Einzahlwert wird zur Vereinfachung in der Planung genutzt. In der Realität stellt sich ein dynamischer Verlauf der benötigten Kühllast ein.

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Dynamischer Verlauf der Gesamtheiz-Kühlleistung einer Anlage in einer Gebäudesimulation

Die Kühllastberechnung ist dazu ein wichtiger Bestandteil der Planung und Dimensionierung von Kühlsystemen. Sie hilft, die erforderliche Kühlleistung, Lasten und die dafür erforderlichen Komponenten (z.B. Kältemaschine, Kühldecken usw.) in der Auslegung zu bestimmen. Es gibt verschiedene Methoden, Faustformeln und Standards für die Kühllastberechnung, wie z.B. VDI 2078, ASHRAE und EN 12831.

Es gibt verschiedene Arten von Kühllasten, die in Betracht gezogen werden müssen, wie zum Beispiel die äußere und innere Kühllast und die sensible, wie latente Wärmelast.

Zusammengefasst ist eine Kühllast die Leistung einer Wärmesenke (Kühldecke, Klimaanlage), um die Raumtemperatur in einem bestimmten Bereich der Raumtemperatur aufrechtzuerhalten.

Es ist prinzipiell zu unterscheiden, ob die Kühlleistung stationär oder instationär (z.B. über eine Jahressimulation) ermittelt wurde.

Das instationäre Verfahren, z.B. nach VDI 2078 und mithilfe einer Jahressimulation bzw. Gebäudesimulation kann zu erheblich niedrigeren Kühlleistungen führen und damit die Kosten- und Anlageneffizienz maßgeblich steigern.

Sensible und latente Wärme: Was ist der Unterschied?

Sensible Wärme bezieht sich auf die Wärmeenergie, die durch eine Änderung der Temperatur eines Körpers oder einer Flüssigkeit ohne Änderung des Aggregatzustands absorbiert oder abgegeben wird. Beispielhaft die Erwärmung von Wasser im Wasserkocher.

Die sensible Wärme ist in der Regel die Wärmeenergie, die durch eine Veränderung der Temperaturen von Körpern oder Flüssigkeiten übertragen wird.

In der Klimatisierungstechnik wird die sensible Wärme genutzt, um Räume oder Gebäude zu kühlen oder zu beheizen, indem man die Lufttemperatur und die Feuchtigkeit reguliert. Durch die Nutzung der sensiblen Wärme kann man die gewünschte Temperatur erreichen, ohne dass es zu einem Phasenübergang kommt.

Im Gegensatz dazu gibt es latente Wärme, die während eines Phasenübergangs, wie dem Schmelzen oder Kondensieren von Substanzen, absorbiert oder abgegeben wird. PCM-Materialien nutzen diesen Übergang als Wärmespeicher und zur Pufferung der Kühllast. Beispielhaft auch das Schmelzen von Eis, wie im Bild.

Bei der Betrachtung der Kühlleistung ist die latente Wärmelast die Feuchtelast, angegeben in W/m² bzw. als absolute Menge in g/m³, welche aus der Raumluft abgeführt werden muss, um einen definierten Zustand zu erreichen.

Latente Wärmelasten sind eine besondere Art von innerer Kühllast, die durch Wasserdampf in der Raumluft entstehen. Dieser Dampf kann durch die Herabkühlung des Raumes durch eine Klimaanlage kondensieren und zusätzliche Wärmeenergie freisetzen, die dann von der Klimaanlage abgeführt werden muss.

All diese Lasten werden addiert, um die Gesamtkühllast des betreffenden Raumes oder Gebäudes zu bestimmen.

Im stationären Verfahren wird ein Zeitpunkt betrachtet, in instationären Verfahren sehr viele Zeitschritte über das gesamte Jahr.

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Durch das Schmelzen von Eis findet ein Phasenübergang von fest zu flüssig (latente Wärme) statt.

Innere und äußere Kühllast

Innere Kühllasten: entstehen durch Energieumwandlungsprozesse innerhalb eines Raumes, die zu einer Erwärmung führen

Beispiele für innere Kühllasten:

  • Wärmeabgabe durch Personen, Beleuchtung, Maschinen und Geräte
  • Wärmeeintrag durch Stoffdurchsatz (z.B. Luftströmung)
  • Wärmestrom aus Nachbarräumen oder angrenzenden Gebäuden
  • Wärme durch chemische Reaktionen

Beispiele für äußere Kühllasten:

  • Sonneneinstrahlung
  • Infiltration warmer Außenluft, die durch Wände, Dächer, Fenster und Fugen in das Gebäude eindringen und es erwärmen.
  • erwärmte Oberflächen

Die operative Temperatur und Lufttemperatur bei der Kühllastberechnung

Die operative Raumtemperatur spielt eine wichtige Rolle bei der Kühllastberechnung, da sie einen direkten Einfluss auf den Kühlbedarf eines Raumes hat. Der Kühlbedarf wiederum beeinflusst die Größe und Leistung des erforderlichen Kühlsystems.

Die operative Raumtemperatur wird in der Regel als ein Mittelwert der Raumtemperatur während der Nutzungszeit des Raumes betrachtet. In der Praxis kann die operative Raumtemperatur jedoch von Raum zu Raum und von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich sein, je nach den Anforderungen des Nutzers, der Art des Gebäudes und der Art der Klimatisierung.

Unterschiede der operativen und Lufttemperatur bei Infrarotheizsystemen und Luftheizsystemen

Grundsätzlich ist bei Infrarotsystemen bzw. Systemen basierend auf Wärmestrahlung die operative Temperatur höher als die Lufttemperatur.

Bei Luft-Heizsystemen ist die operative Temperatur niedriger als Raumlufttemperatur.

Dadurch entsteht bei Luftheizsystemen ein signifikanter energetischer und Komfortnachteil. Die Luft muss wesentlich wärmer, als die Wände sein, um eine angenehme Temperatur zu erreichen. Weiterhin nimmt die warme Luft mehr Feuchtigkeit auf, was bei kühlen Wänden im Winter zu Schimmelbildung führen kann. Im schlimmsten Fall wird die erzeugte Warmluft einfach „weggelüftet“.

Da System basierend auf Wärmestrahlung erst die Wand aufheizen und diese dann die Luft, besteht diese Problematik nicht und es kann Heizenergie gespart werden, da die Luft kühler sein kann.

Beispielsweise fühlt sich dann eine 18 °C Raumlufttemperatur, wie 21 °C an. Der Effekt wird auch bei Heizpilzen in außenliegenden Restaurantbereichen genutzt.

Was sind Übertemperaturstunden?

Übertemperaturstunden oder Kelvinstunden werden in °C angegeben und ist definiert als die Temperaturüberschreitung einer definierten Soll-Temperatur über eine Stunde. Beispielhaft ist die Soll-Temperatur 25 °C. Wenn die Kühlleistung über eine Stunde zu niedrig ist und die Raumtemperatur im Mittel 26 °C beträgt, fällt eine Kh (Kelvinstunden) an.

Für Nichtwohngebäude sind nach Norm DIN 4108:2013, 500 Kh zulässig, für Wohngebäude bis zu 1200 Kh während der Betriebszeit.

Die definierten Grenztemperaturen sind in Abhängigkeit von der Klimazone auf 25, 26 oder 27 °C festgelegt. Eine prognostizierte Raumtemperatur von 28 °C führt somit pro Stunde je nach Klimazone zu drei, zwei oder einer Übertemperaturstunden.

Kühllastberechnung: Kühlleistung richtig berechnen

Es gibt zahlreiche Verfahren und Normen für die „korrekte“ Kühllastberechnung. Von der Faustformel, über stationäre Rechenverfahren und instationäre Jahressimulationen bzw. Gebäudesimulationen.

Für Gewerbeimmobilien empfehlen wir generell eine EDV gestützte Jahressimulation, bzw. Gebäudesimulation durchzuführen.

Auch wenn nicht alle Daten bekannt sind, führt die Jahressimulation zu erheblich genaueren Ergebnissen und die maximale Kühllast kann reduziert werden. Kosten und Ressourcen werden eingespart.

Ingenieurtechnische Annahmen können oft für fehlende Annahmen eingesetzt werden. Folglich ist eine genauere Auslegung möglich. Der gewünschte Temperaturbereich und die notwendige Kälteleistung lässt sich so genau abgleichen.

Faustformeln dienen nur eine ganz überschlägigen Ermittlung, können jedoch in keinem Fall eine genaue Berechnung der Kühllast ersetzen und führen später zu erheblichen Mehrkosten.

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Die Kühllastberechnung mit Tabellen oder stationären Verfahren ist mitunter aufwendiger als eine Gebäudesimulation und liefert im gleichen Zug weniger Werte und Möglichkeiten

Wie wird die Kühllast nach VDI 2078 berechnet?

Die Richtlinie VDI 2078 wird als Grundlage für die Berechnung der Kühllast und die korrekte Planung einer Kühlung, Klimaanlage, Kühldecke jeder Art und Größe verwendet. Diese Richtlinie, die von dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) herausgegeben wird, befasst sich mit der Berechnung der thermischen Lasten und Raumtemperaturen (Auslegung, Kühllast und Jahressimulation). Obwohl sie nicht bindend ist, enthält sie Empfehlungen und Regeln, die den aktuellen Stand der Technik widerspiegeln.

Mit der VDI 2078 werden die Kühllast, die Raumlufttemperatur und die operativen Raumtemperaturen aller Räume berechnet, unabhängig davon, ob und wenn ja, wie sie klimatisiert werden. Nahezu alle Faktoren, die das thermische Verhalten eines Raumes auf irgendeine Weise beeinflussen, werden berücksichtigt.

Es gibt auch Faktoren die einen signifikanten Einfluss haben können, jedoch unberücksichtigt bleiben. Hierzu zählen z.B. Luftströmungen im Gebäude und zwischen den Räumen, oder verschattende andere Gebäude oder Objekte.

interpanel verwendet die Software IDA-ICE von equa für die Berechnung nach VDI 2078, bzw. Gebäudesimulation. Diese ist durch die Konformitätserklärung sicher und in Übereinstimmung mit der Norm VDI 2078 (Link). Auch Verschattungen und interzonale Strömungen werden bei Bedarf berücksichtigt.

Nach Eingabe aller Daten zur Kühllast erfolgt die Berechnung unter Berücksichtigung der entsprechenden Bedingungen.

Was ist das Ergebnis der Kühllastberechnung?

Das einfachste Ergebnis einer Kühllastberechnung ist die erforderliche Kühlleistung, die das Kühlsystem bereitstellen muss, um die gewünschte Umgebungstemperatur in einem Raum oder einer Immobilie aufrechtzuerhalten. Diese erforderliche Kühlleistung wird in der Regel in Watt (W) oder in Kilowatt (kW) angegeben.

Weiterhin kann eine Kühllastberechnung Ergebnisse zum Regelverhalten der Gebäudetechnik, der Raumlufttemperatur, operativen Temperatur, Wärmelasten, Einflussfaktoren, Temperaturüberschreitungen und Häufigkeiten liefern.

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Gesamtheiz-Kühlleistung Gebäudesimulation

Im folgenden Bild sind die zugehörigen Raumtemperaturen, welche in einem Temperaturband zwischen 20 und 25,5 °C für die operative Raumtemperatur liegt.

Auch zu sehen ist die Differenz der operativen (blau), also gefühlten und der mittleren Lufttemperatur (rot). Geregelt wird hier auf die operative Raumtemperatur – so dass Energieeinsparpotenziale schon in der Planung genutzt werden.

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Verlauf der Raumtemperaturen_Gebäudesimulation

Taupunktregelung in der Kühllastberechnung

Eine Taupunktregelung ist für taupunktabhängige Kühldecke eine maßgebliche Komponente in der Planung, Ausführung und Betriebsführung.

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Eine tiefere Vorlauftemperatur als die Taupunkttemperatur der Umgebungsluft kann bei taupunktabhängigen Systemen zu Beschädigungen, Betriebsausfall und im schlimmsten Fall Schimmelbildung führen.

In der Planung muss daher die notwendige Kühlleistung anhand der erwartbaren Verhältnisse im Raum angepasst werden.

Das heißt, dass insbesondere bei Fensterlüftung mindestens mit Außenluftzuständen, besser mit raumklimatischen Zuständen zu rechnen ist. Diese lassen sich durch eine gekoppelte raumklimatisch-thermische Gebäudesimulation ermitteln.

Für einen Büroraum in Berlin mit natürlicher Fensterlüftung ist hier die exemplarische Auswirkung der Taupunktregelung auf die Raumtemperatur dargestellt.

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Minimale Vorlauftemperatur der Kühldecke als y_var Wert.
Bei Taupunktabschaltung ist die Vorlauftemperatur die Raumlufttemperatur. Es findet keine Leistungsübertragung statt.
Operative Raumtemperaturen bei Taupnktregelung 1024x669 - Kühllastberechnung für Kühldeckensysteme

Resultierende sehr heiße und unzulässige Temperaturen im Raum durch die ausfallende Kühlleistung im Fall der Taupunktregelung.

Im Detail lässt sich dies auch im Wochenverlauf darstellen.

Klar zu erkennen ist dass, sobald die Taupunktregelung greift und den Vorlauf entsprechend abriegelt, keine Wärme mehr aus dem Raum abgeführt werden kann.

Das hat zur Folge, dass der Raum von Tag zu Tag heißer wird und trotz verbauter Kühlung 30 °C im Raum überschritten werden.

Ein rein bilanzielles Verfahren ohne Berücksichtigung der Taupunktabschaltung unter raumklimatischen Verhältniss führt daher in der Praxis zu fehlerhaften Ergebnissen.

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Minimale Vorlauftemperatur der Kühldecke, wenn die Taupunktregelung greift.
Es ist dann nur ein kurzer Zeitraum für die Kühlung zu erwarten. Hier wurde noch ein sehr günstiger Fall mit unter 14 °C Vorlauftemperatur simuliert.
Raumtemperatursteigerung bei Taupunktregelung 1 1024x661 - Kühllastberechnung für Kühldeckensysteme
Raumtemperatursteigerung durch eine unzureichende Kühlleistung durch Taupunktabschaltung in einer Gebäudesimulation.

Die Berücksichtigung des klimatischen Verhaltens ist daher essenziell für eine korrekte Planung, Installation und Betriebsführung um eine angenehme Raumtemperatur zu gewährleisten.

Mit einer taupunktUNabhängigen Kühldecke, tritt diese Problematik nicht auf. Es kann auf eine Taupunktregelung verzichtet werden. Die Kühlleistung bleibt konstant.

Was kostet eine Kühllastberechnung vom Fachmann?

Eine Kühllastberechnung vom Fachplaner, bzw. Ingenieurbüro wiegt sich im häufigsten Falle mit den Einsparungen an Gebäudetechnik und zusätzlicher Planungssicherheit auf.

Die Investition bewegt sich, je nach Modellierungsaufwand und vorliegenden Daten, ab 2-3 Ingenieurtagessätzen bis zu einigen Wochen bei sehr komplexen Modellen oder Parameterstudien.

Vorteile einer detaillierten Kühllastberechnung bzw. Gebäudesimulation nach VDI 2078

Das Ergebnis einer thermisch-energetischen Gebäudesimulation ist eine Prognose der notwendigen thermischen und energetischen Leistung eines Gebäudes unter verschiedenen Bedingungen.

Hierzu können auch Parameterstudien ein zweckmäßiges Tool sein.

Eine thermisch-energetische Gebäudesimulation nutzt computerbasierte Modelle, um die thermischen und energetischen Eigenschaften eines Gebäudes sowie die Wirkung von verschiedenen Faktoren wie Wetter, Nutzungsmuster, Lasten, Raumgröße, Beleuchtung und Kühl-, Heiz- und Klimatisierungssystemen zu simulieren.

Ein Ergebnis einer thermisch-energetischen Gebäudesimulation kann beinhalten:

  • die Vorhersage der inneren und äußeren Temperaturen des Gebäudes zu verschiedenen Tageszeiten des gesamten Jahres,
  • die Prognose des Energieverbrauchs des Gebäudes zur Erhaltung der gewünschten Raumtemperaturen,
  • die Simulation der Wärmeströme und Abbildung der Oberflächentemperaturen der Gebäudehülle,
  • die Simulation der Wirkung von verschiedenen Heiz-, Kühlsystemen auf den Energieverbrauch und die innere Temperatur des Gebäudes,
  • Berechnung des Nutzerkomforts nach PMV, PPD in einer Jahressimulation
  • die Angabe von Emissionen, die durch das Gebäude verursacht werden,
  • die Berechnung der Kühllast und Heizlast.

Diese Ergebnisse können verwendet werden, um Entscheidungen über die Gestaltung, den Betrieb und die Wartung des Gebäudes zu treffen, sowie die Identifizierung von Einsparpotentialen und die Evaluierung von verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Insbesondere kann die thermisch-energetische Gebäudesimulation helfen, die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Energiesparmaßnahmen zu beurteilen und die passenden Maßnahmen zu identifizieren um die Raumlufttemperatur und das Raumverhalten zu optimieren und die Kälteleistung zu reduzieren.

Bekannte Pauschalannahmen und Probleme für die Kühllastberechnung und Wirtschaftlichkeit

In der Kühllastberechnung von Gewerbeimmobilien werden häufig Pauschalannahmen gemacht, um die Berechnungen vereinfachen.

„Wir nehmen mal 80 W/m² für die Kühllast und rechnen das dann hoch.“

Dadurch werden sehr häufig Anlagen:

  • viel zu groß dimensioniert (häufig bis über 200 % % größer als notwendig)
  • Anlagen laufen ineffizient und nur im Teillastbetrieb
  • Takten der Wärmepumpe sorgt für einen schnelleren Verschleiß und schlechte Effizienz
  • es wird zu viel klimaschädliches Kältemittel eingesetzt
  • Die Investitions- und Betriebskosten steigen über die Lebensdauer der Anlage signifikant
  • Eine zu große Luft-Klimaanlage führt zu Diskomfort durch Zugluft oder zu kühle Einblastemperaturen

Dies ist leider ein häufiger Fehler in der Dimensionierung von Kälteanalgen zur Gebäudetemperierung, da viele wichtige Faktoren nicht berücksichtigt werden.

Unberücksichtigte Faktoren können z.B. sein:

  • Nutzungsmuster: Es wird oft angenommen, dass die Nutzung des Gebäudes während der regulären Arbeitszeiten stattfindet und dass das Gebäude während der Nacht und am Wochenende ungenutzt ist.
  • Belegungsdichte: Es wird oft angenommen, dass eine bestimmte Belegungsdichte für jeden Raumtyp vorliegt, die für die Berechnung der Wärmeabgabe durch Personen verwendet wird.
  • Gleichzeitigkeitsfaktoren: Oft werden alle Lasten aufsummiert, ohne logische Ausschlüsse der gleichzeitigen Wärmelasten vorzunehmen.
  • Witterungsbedingungen: Es wird oft angenommen, dass bestimmte Außentemperaturen, Sonneneinstrahlung und relative Feuchtigkeit für die Berechnung der äußeren Kühllast gelten.
  • Raumströmungen zwischen den Zonen bleiben unberücksichtigt
  • Gebäudemasse als thermischer Speicher wird nicht effektiv mit als Optimierungs- und Einflussfaktor einbezogen
  • Regelung der Anlagentechnik und z.B. Nutzung der Nachtauskühlung
  • Heiz-, Kühlsystem: Es wird oft angenommen, dass ein bestimmtes Heiz-, Kühlsystem verwendet wird, das mit anderen Systemen vergleichbare Leistungsmerkmale aufweist.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Annahmen in der Praxis von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich sein können und dass die Ergebnisse der überschlägigen Kühllastberechnung nur als grobe Annäherung betrachtet werden sollten.

Eine genauere Berechnung der Kühllast ist für die Detailplanung in nahezu jedem Fall ratsam und liefert neben der Kühllast die Möglichkeit weitere Informationen für die Planung, den Betrieb und die Realisation.

Wärmespeicherkapazität des Gebäudes bei der Kühllastberechnung

Die thermische Masse des Gebäudes, auch als Speichermasse bezeichnet, spielt eine wichtige Rolle bei der Kühllastberechnung, da sie die Fähigkeit des Gebäudes hat, Wärmeenergie aufzunehmen und zu speichern.

Ein Gebäude mit hoher thermischen Masse benötigt bei entsprechender Regelung weniger Kühlleistung, um die Innentemperatur konstant zu halten, da es die Wärmeenergie, die durch die Sonneneinstrahlung und die Körperwärme der Bewohner aufgenommen wird, speichern und verzögert abgeben kann.

Auf der anderen Seite benötigt ein Gebäude mit geringer thermischen Masse mehr Kühlleistung, um die Innentemperatur konstant zu halten, da es die Wärmeenergie nicht so gut speichern und verzögert abgeben kann. Daher muss die thermische Masse des Gebäudes in die Kühllastberechnung einbezogen werden, um eine realistische Schätzung der erforderlichen Kühlleistung zu erhalten.

Eine hohe thermische Masse lässt sich durch offene Betondecken, Estrich und ein Verzicht von Unterdecken erzielen. Unterdecken bestehen meist aus Gipskartonplatten, welche nur eine geringe thermische Masse besitzen. Dadurch steigt die Raumtemperatur schneller an. Folglich muss früher und mit mehr Leistung gekühlt werden.

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Zwei Klimapanels und eine Klimaleuchte in einem
Besprechungsraum mit natürlicher Fensterlüftung.

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Verfahren zur Berechnung der Kühllast, wie die Faustformel, stationäre Rechenverfahren und instationäre Jahressimulationen nach einschlägigen Normen.

Für Gewerbeimmobilien wird eine EDV-gestützte Jahressimulation empfohlen, da sie zu erheblich genaueren Ergebnissen führt und die Kühllast aus einer stationären Berechnung reduziert werden kann. Das spart Investitions- und Betriebskosten.

Faustformeln oder stationäre Rechenverfahren nach Tabellenwerten sind nur eine ungenaue Methode und können später zu erheblichen Mehrkosten in Betrieb und Investition führen.

Interpanel verwendet die Software IDA-ICE von equa für die Berechnung nach VDI 2078 und die detaillierte Gebäudesimulation nach energetisch-thermischen Auswertungen. Diese berechnen z.B. das PMV,PPD für jeden Zeitabschnitt des gesamten Jahres nach dem vorhandenen Außenklima.

Das Ergebnis einer Kühllastberechnung ist die erforderliche Kühlleistung, die als Einzahlwert vereinfachend in Watt/m² angegeben wird. Real stellt sich ein dynamischer Verlauf über den Tag und das Jahr ein.

Eine Kühllastberechnung durch einen Fachplaner kann von 2-3 Ingenieurtagessätzen bis zu einigen Wochen bei sehr komplexen Modellen kosten, aber die Investition lohnt sich durch die Einsparungen an Gebäudetechnik und die zusätzliche Planungssicherheit.

Besonders bei der Kühllastberechnung für Kühldeckensysteme müssen die Anlagenparameter genau bestimmt werden. Die Taupunktabschaltung kann einen erheblichen Einfluss auf die Leistung und Betriebsführung haben.

Daher ist es ratsam, dynamische Simulationen durchzuführen und die verwendeten Systeme, Regelung und Installation genau zu definieren und zu prüfen.

Als Hersteller und Systemanbieter stehen wir Ihnen für Ihre gewerblichen Bestands- oder Neubauprojekte zur Seite.

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Literatur & Links

 [1] VDI 2078 Berechnung von Kühllast und Raumtemperaturen von Räumen und Gebäuden (VDI-Kühllastregeln). Berlin: Beuth Verlag, März 2012

 [2] VDI 2078 Berechnung von Kühllast und Raumtemperaturen von Räumen und Gebäuden (VDI-Kühllastregeln). Berlin: Beuth Verlag, Juni 2015

 [3] VDI 6007 Blatt 1 Berechnung des instationären thermischen Verhaltens von Räumen und Gebäuden – Raummodell. Berlin: Beuth Verlag, März 2012

 [4] VDI 6007 Blatt 2 Berechnung des instationären thermischen Verhaltens von Räumen und Gebäuden – Fenster-Modell. Berlin: Beuth Verlag, März 2012

 [5] VDI 6007 Blatt 3 Berechnung des instationären thermischen Verhaltens von Räumen und Gebäuden – Modell der solaren Einstrahlung. Berlin: Beuth Verlag, April 2012

 [6] DIN V 18 599-2 Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarm-Wasser und Beleuchtung; Teil 2: Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen. Berlin: Beuth Verlag, Dezember 2011

 [7] DIN EN 12 831 Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast. Berlin: Beuth Verlag, August 2003

 [8] DIN EN 12 831 Beiblatt 1 Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast – Nationaler Anhang NA, Beiblatt 1. Berlin: Beuth Verlag, Juli 2008

 [9] DIN V 18 599-5 Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End,- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarm-Wasser und Beleuchtung; Teil 5: Energiebedarf von Heizungssystemen. Berlin: Beuth Verlag, Dezember 2011

[10] DIN EN 12831 Beiblatt 2 Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast; Beiblatt 2: Vereinfachtes Verfahren zur Ermittlung der Gebäude-Heizlast und der Wärmeerzeugerleistung – Nationaler Anhang NA, Beiblatt 2. Berlin: Beuth Verlag, Mai 2012 [11] David, R. et al.: Heizen, Kühlen, Belüften & Beleuchten – Bilanzierungsgrundlagen zur DIN V 18 599. Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag 2006

http://www.bosy-online.de/

https://www.tga-fachplaner.de/

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