Ersetzt eine Deckenheizung die Fußbodenheizung?

Zahlreiche Planer, Architekten und Bauherren fragen uns, ob die Deckenheizung eine Fußbodenheizung in Ihrem Projekt ersetzen kann. In diesem Beitrag zeigen wir Unterschiede und Merkmale der Systeme auf.

Das Heizen mit Flächentemperiersystemen spielt schon jetzt eine tragende Rolle bei der Ausstattung von neuen und bestehenden Gebäuden.

Prinzipiell wird bei einer Fußbodenheizung über wasserführende Heizungsrohre der Estrich, Trockenestrich bzw. der Fußbodenaufbau aufgewärmt. Dies kann mit, oder ohne zusätzliche Wärmeleitbleche und unterschiedliche Systeme erfolgen.

Der Erfolg derartiger Systeme liegt in den niedrigen Vorlauftemperaturen, welche sich gut durch eine effiziente Wärmepumpe, oder regenerative Systeme abdecken lassen. Systemischer Unterschied zu Radiatorenheizungen, oder Konvektionsheizungen ist damit die niedrige Vorlauftemperatur, welche in der Regel unter 45 °C beträgt.

Das ermöglicht es zusätzlich Umweltwärme als Heizquelle zu Nutzen und so für einen hohen Komfort zu sorgen, ohne dass im Raum Heizkörper sichtbar sind.

Konvektive Heizsysteme benötigen in der regel Heißwassertemperaturen bis 70 °C. Diese lassen sich meist nur unter großem energetischen Aufwand mit fossilen Brennstoffen erzeugen. Die hier anfallenden Systemtemperaturen von > 1000 °C zur Beheizung von 21 °C warmen Räumen ist energetisch gesehen ineffizient.

Flamme - Ersetzt eine Deckenheizung die Fußbodenheizung?
Flammtemperaturen von
> 1000 °C zur Beheizung von Räumen mit 21 °C sind nicht effizient

Probleme bei Fußbodenheizsystemen

Die am Markt verfügbaren Systemen unterscheiden sich nicht wesentlich in Ihrem Aufbau. Ein fachgerechter Einbau gewährt bei den seit über 60 Jahre bewährten Systemen einen zuverlässigen Betrieb. Bei Fußbodenheizungen werden die Rohre mäanderförmig, oder schneckenförmig verlegt. Ein typischer minimaler Verlegeabstand der 14- 17 mm durchmessenden Rohre beträgt ca. 150 mm. Durch den hohen Verlegeabstand und die Rohre mit hohem Durchmesser ergibt sich eine träge Reaktion der aktivierten Flächen.

Gesundheit und Luftströmungen

“Die Wärme steigt nach oben”

Ein typisches Problem von Fußbodenheizsystemen ist die entstehende Konvektionswalze durch den erwärmten Fußboden. Da bekanntermaßen “die Wärme nach oben steigt”, nimmt die entstehende Raumluftströmung Staubpartikel mit und verteilt diese im Raum. Dadurch kann ein Hustenreiz, bzw. eine Reizung der Atemwege entstehen. Zusätzlich werden die auf dem Staub befindlichen Bakterien und Viren mitgetragen. Eine typische Fußbodenheizung arbeitet zu ca. 60 % mit Strahlungswärme, und 40 % mit Konvektion.

Medizinisch gesehen stellt, die zwar kurzfristig angenehme Fußbodenheizung, ein Problem dar. Denn die Wärme von unten ist für die Blutgefäße der Füße und Beine eine Belastung. Dadurch sollte die Fußbodentemperatur auf unter 29 °C, besser 24 °C begrenzt werden.

Träge Reaktion von Fußbodenheizungen

Gerade wenn es um eine schnelle regelung der Anlagen geht, sei es um Energie zu sparen, oder eine Überhitzung der Räume vorzubeugen, wirkt sich die Speichermasse des erhitzten Fußbodenaufbaus als nachteilig aus. Es kann unter Umständen stunden dauern bis die Wärme ankommt, oder eine Abkühlung des Estrichs eintritt.

Fußbodenaufbauten verringern die Effizienz

Ein Fußbodenbelag, durch z. B. Laminat, Parkett oder auch Teppich wirkt sich zusätzlich negativ auf die Leistung des Fußbodenheizsystems aus. Diese Aufbauten verhindern einen effizienten Wärmeaustausch und vermindern so die Leistungsfähigkeit des Systems und der gesamten Heizungsanlage.

Kühlung über Fußböden

Oft wird angesprochen, dass über den Fußboden auch eine Kühlung möglich ist. Durch die Eigenschaft einer Fußbodenheizung, erst mit einer Verzögerung von ca. 5h zu reagieren und nur sehr begrenzten Vorlauftemperaturen (durch die Taupunkttemperatur der Umgebungsluft), ist ein Kühleffekt nur in engen Grenzen und mit einer aufwendigen Regelung möglich.

Ein effektiver Einsatz von Fußbodenkühlungen ergibt sich für Gebäude mit großen Glasfassaden, in denen die Sonne direkt auf den Fußboden trifft. Durch die direkte Erwärmung des Fußbodens kann die unerwünschte Abwärme direkt abgeführt werden. Zusätzlich ist aufgrund des Problems kalter Füße der Einsatz dieser Kühlung sorgfältig abzuwägen.

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Kondensation durch zu geringe Vorlauftemperaturen

Die bessere Alternative –
interpanel Deckenheizung und Kühlung

Deckenheizungen sind insbesondere bei Industriehallen und in Gewerbebauten seit Jahrzehnten bewährt. Deckenheizungen arbeiten ohne Konvektion, rein über den Austausch von Wärmeenergie über Wärmestrahlung bei niedrigen Temperaturen. Völlig richtig ist es damit, dass die “warme Luft nach oben steigt”, gleichzeitig strahlt aber die Wärmestrahlung mit Lichtgeschwindigkeit in alle Raumrichtungen. So auch bei der Wärmeabgabe von der Raumdecke zum Boden und den Wänden.

Der geringe Heizwärmebedarf macht insbesondere in Neubauten, aber auch in modernisierten Gebäuden den Einsatz einer ausschließlichen Deckenheizung möglich. Früher wurden Deckenheizsysteme mit sehr hohen Temperaturen betrieben, sodass es schnell als unbehaglich empfunden wurde. Durch neue Regelstrategien, bessere Technik und geringere Vorlauftemperaturen tritt diese Problematik nicht mehr auf.

Kalte Füße sind in modernisierten Gebäuden, bzw. Neubauten ebenfalls ausgeschlossen. Durch die sich gleichmäßig ausbreitende Wärmestrahlung werden alle Raumoberflächen gleichmäßig warm. Der Wärmeverlust durch die Bodenplatte, oder Geschossdecke ist folglich begrenzt.

ABW Architekten Heiz Kühldecke mit Licht und Akustik von interpanel 01 1024x683 - Ersetzt eine Deckenheizung die Fußbodenheizung?
Meetingraum und Büro mit ausschließlicher Deckenheizung, Kühlung, Akustik und Beleuchtung
über interpanel-Deckensegel

Schnelle Reaktion – angenehmes Raumklima

Durch die gleichmäßige Erwärmung der Raumoberflächen wird die Luft im Raum nicht überhitzt.

Konvektionheizungen erwärmen die Raumluft auf bis zu 50 °C, dadurch wird diese sehr trocken und im Winter kann dies zu Atemwegsproblemen und einer erhöhten Infektionsgefahr einhergehen. Eine Deckenheizung kann somit der Infektionsgefahr (z. B.: durch Grippeviren, oder COVID-19) entgegenwirken.

Die geringe thermische Masse der interpanel Deckensegel sorgt für eine sehr schnelle Reaktion von wenigen Minuten bis zur vollen Leistungsabgabe. Durch die niedrigen Heiztemperaturen stellt sich ein Selbstregeleffekt ein, der eine einfache Raumtemperaturregelung möglich macht und so für einen hohen Komfort sorgt.

Durch die Wärmeabgabe über Strahlung werden erst alle Wände und der Boden erwärmt. Diese heizen anschließend über die gesamte Fläche den Raum auf. Durch die sehr große Wärmeübertragungsfläche geschieht dies nahezu konvektionsfrei und sehr gleichmäßig.

Deckenheizung gegen kühle Fensterflächen

Durch die Abgabe von Wärmestrahlung der Deckenfläche fühlen sich Isolierglasfenster nicht mehr kühl an. Durch die reflektierende Beschichtung auf der Innenseite der Gläser reflektiert die abgegebene Wärmestrahlung der Deckenheizung auf die daneben sitzende Person. Als Resultat kann es auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen nicht zu thermischen Unbehaglichkeit neben dem Fenster kommen.

Vorteil Energieeffizienz

Heizungssysteme mit fossilen Brennstoffen erzeugen Temperaturen von über 1000 °C, um Räume auf 21 °C zu erwärmen.

Das ist aus energetischer Sicht fraglich.

Flächenheizsysteme arbeiten mit geringen Vorlauftemperaturen, von 25 bis 45 °C. Diese können sehr effizient auch im tiefsten Winter durch eine Wärmepumpe, oder regenerative Energiequellen erzeugt werden. Gewonnen aus der Umgebungswärme, z.B. der Luft oder dem Boden ist damit ein hoher Effizienzgrad möglich.

Weiterhin kann ein niedriges Temperaturniveau einfacher in einem thermischen Speicher gespeichert werden. Die Energieverluste durch die Dämmung des Speichers sind geringer.

Ein klarer Vorteil ist daher die Verwendung von tieferen Heiztemperaturen, welche durch Wärmepumpensysteme bereitgestellt werden.

Im Sommer – Kühlung über die Decke

Im Gegensatz zur Fußbodenkühlung ist eine Deckenkühlung äußerst behaglich und leistungsstark. Mit der Verwendung von taupunktunabhängigen interpanel-Kühldeckensegeln ist eine optimale Symbiose von Systemen zum Heizen und Kühlen über Raumdecken geschaffen. Da in Zukunft von einem erhöhten Kühlbedarf auszugehen ist, nimmt die Bedeutung von wartungsfreien und zuverlässig arbeitenden Systemen stetig zu. Eine Deckenkühlung arbeitet, wie die Deckenheizung, im Wesentlichen über den Austausch von Wärmestrahlung. Damit ist eine konvektionsfreie, effiziente und behagliche Temperierung gegeben. Im folgenden Beitrag haben wir Ihnen die Unterschiede im Detail zusammengefasst > zum Beitrag.

interpanel ist auf die Heizung und Kühlung im Büro spezialisiert

Das interpanel-System wurde speziell für die Bedürfnisse in Gewerbeobjekten entwickelt. Flexible Anforderungen und wechselnde Nutzer und Betreiber von Büroimmobilien machen ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und einer hochwertigen Raumklimalösung unabdingbar. Das All-in-one Raumklimasystem von interpanel vereint damit die Erfüllung der wesentlichen raumklimatischen Bedürfnisse in einem System.

  1. Arbeitsplatzkonforme circadiane und tageslichtnahe Beleuchtung
  2. ein Höchstmaß an akustischer Absorption
  3. angenehme Deckenheizung mit Infrarotstrahlung
  4. wartungsfreie taupunktunabhängige Hochleistungs-Deckenkühlung

Der modulare Aufbau und hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht eine einfache Planung und schnelle Realisation, sogar im bezogenen Bestand. Das interpanel System ist durch die aktuellen Energieeffizienzprogramme im gewerblichen Bereich bis 3,5 Mio. € förderfähig.

Vorteile der interpanel Deckenheizung und taupunktunabhängigen Deckenkühlung

  • Schnelle Reaktion für einfache Regelung und individuellen Komfort
  • Keine trockene Heizungsluft
  • Leistungsstark im Heizen und Kühlen
  • Keine Staub- und Keimverbreitung
  • Wartungsfreie Deckenheizung
  • Keine Beeinflussung des Fußbodenmaterials
  • Höchste Effizienz und Komfort
  • Trockenes System ohne Feuchteeintrag in den Bau
  • Einbindung aller regenerativen Energiequellen möglich
  • Lange Lebensdauer
  • Modularer Aufbau für höchste Flexibilität
  • Geeignet für die Sanierung im bezogenen Bestand
  • Korrosionsfreies System
  • Niedrige Temperaturen für Wärmepumpen
  • Kombination mit natürlicher Lüftung problemlos möglich
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